Steil Bergauf und ab

Ich werde immer fauler um zu schreiben und zu fotografieren. Daher mal wieder eine schnelle Zusammenfassung der letzten Tage.

 

Nachdem wir die Mesata hinter uns gelassen haben, kommen wir nun endlich wieder in Regionen mit viel bergiger Landschaft. Meine Blasen waren die ersten Tage noch immer ein Problem, sind aber auf dem Weg der Besserung. Meine Stärken sind die Aufstiege. Hier kann ich den anderen mit einer Geschwindigkeit einheitzen. Ganz im Gegenteil beim Abstieg, hier spüre ich die lieben Blasen an meinen kleinen Zehen und ich werde zur Schnecke.

Nach dem ersten Aufstieg blieben wir in einem netten Bergdörfchen und hatten eine wundervolle Aussicht. Am nächsten morgen war es nun soweit. Jeder hatte einen Stein von daheim mitgebracht den er nun an einem inzwischen zu einem Hügel gewachsenen Haufen Steinen niederlegen durfte. Habe von diesem besonderen Moment aber keine Fotos gemacht. Einfach den Moment genießen, ist dass was ich hier bereits lernen durfte.

Es gibt Tage da läuft man für sich, zu zweit oder in einer größeren Gruppe. Die Tage sind abwechslungsreich. Besonders schön ist wie die Einheimischen trotz dem Andrang an Pilgern stets freundlich und hilfsbereit auf uns reagieren. Am Wegesrand stehen ab und zu sogar ein Versogungsstand mit Essen und Wasser auf Spendenbasis.

Der letzte Tag bin ich für mich gestartet, am Morgen schlecht gelaunt zu starten ist eigentlich nicht mein Ding, aber das war zuvor eine schreckliche Nacht und bis auf das Frühstück habe ich mich mit keinem Unterhalten. Ich wollte einfach nur laufen. So legte ich eine bis dahin noch nicht gekannte Geschwindigkeit zurück. Ich war auch noch unentschlossen wie weit ich heute eigentlich laufen wollte. Ich hatte zur Auswahl 22 oder 32 km. So war ich bereits um 12 Uhr an der 22 km Marke angekommen und wusste nun erstmal. Mir geht es wieder gut. Was so ein Powerlauf doch bewirken kann. So checkte ich mein Handy auf Nachrichten. Und wurde von meinen Freunden mit Nachrichten bombardiert, dass ich wenigstens in dem Dorf warten sollte. Da ich so ein Tempo ohne Pause hingelegt hatte, setzte ich mich für 60 Minuten vor das erste Lokal und wartete. Die Begeisterung war groß als ich mich darauf einlies doch hier zu bleiben. Natürlich freue ich mich auch eine Gruppe gefunden zu haben die meine Anwesenheit so schätzt.

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Es geht in die Verlängerung

Laufen, laufen und laufen. Solange es der Körper mitmacht. Ich bin ja überaus froh, dass ich bis auf die unzähligen Blasen an meinen Füßen keine Probleme aufzählen kann. So ist es eigentlich egal wen man fragt, man fragt nicht ob jemand Schmerzen hat sondern welche gerade am meisten plagen.

 

Von meiner ursprünglichen Familie ist leider nicht mehr viel auf dem Camino unterwegs, und wenn doch dann weit verstreut. Aber das tolle ist trotzdem man ist so viele neue Gesichter trifft die einem schnell ans Herz wachsen. Einer meiner neuen ständigen Begleiter ist Matej aus Slowenien. Übrigens auch Hochzeitsfotograf ;-)

 

Die Tage erreichten wir passend zur Osternzeit wieder eine größere Stadt, Leon die durch die Feiertage ziemlich überfüllt und selbst in Pilgerherbergen schwer war sich einen Schlafplatz zu sichern.

Kaum Leon wieder verlassen, bin ich den Tag am rumgrübeln gewesen. Ich genieße diese Zeit hier richtig. Ob ich mal nur für mich laufe, oder in der Gruppe. Selbst die eintönige Maseta mit wenig aufregender Landschaft, die man von Zeit zu Zeit verfluchte, da die am Horizont auftauchenden Dörfer einfach nicht näher kommen wollten, hat ihren Reiz. Nun habe ich gerechnet. Mein Flug geht am Dienstag den 25. April von Santiago. Wenn ich jeden Tag meinen Passus schaffe und dazu wäre ich mehr als gewillt würde ich aber erst am Mittwoch den 26. April ankommen. Meine Gruppe fand meine Rumrechnerei sehr amüsant und fanden die Vorstellung fabelhaft gemeinsam in Santiago einzulaufen.

 

 

Nun steht es fest. Flug wurde umgebucht. Ich werde den Weg doch noch zuende laufen können!

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Ein kurzer Tag

Ja doch schon wieder*. Ja ich möchte euch etwas berichten. Nachdem ich ja gestern einen früheren Stopp einlegte und der einzige Gast der Herberge war, wurde ich umsorgt wie ein Adliger. Anscheinend sehr dankbar, dass ich nicht in einer der zwei hiesigen Herbergen des Ortes gegangen bin die auch nur in meiner App und Reiseführer beschrieben waren. So konnte ich ein Zimmer mein Eigen nennen, Wäsche frisch waschen und ein persönlich zubereitetes Essen genießen.

 

*Blog ging doch erst einen Tag später online

 

 

Die Dame für alles war eine schüchterne aber liebenswerte Dame die sich als mein guter Engel auf dem Camino erwiesen hat. Ich hatte auch für den nächsten Tag keine große Etappe geplant denn noch immer humple ich mich von Fleck zu Fleck. 10 km nicht mehr, dass hatte ich mit Ashley abgemacht, so kann sie mich auch gegen Abend einholen!

 

Also spät aufstehen und langsam gemütlich gehen. Am Frühstück fragte mich Maria ob sie sich meine Füße anschauen dürfte, sie hätte Erfahrung mit der Behandlung von Blasen und sie ist ja auch bereits drei Mal den Camino gelaufen. Ich bin ja inzwischen für alles offen, daher stimmte ich gerne zu.

 

 

Nun kommt sie mit einer Binde der Frauen Hygiene, einer Nadel, Desinfektionsspray und Klebeband zurück an meinen Frühstückstisch. Zuerst säuberte sie alles gründlich, drückte die letzten Flüssigkeit aus den Blasen und schnitt die Binde auf die entsprechenden Blasen zu. Ihr Spezialtrick. Die Binde hält den Fuß trocken und gleichzeitig hat es eine gute Polsterung für die wunden Stellen. Mein Caminoengel diese Frau. Außerdem gab sie mir noch etwas zu denken mit auf dem Weg. Die Blasen kommen nicht von außen, der Schuhe oder dem Weg. Es kommt mehr von Innen, es ist mehr die Innere Einstellung und Widersprüche in mir selbst die diese Blasen verursachen würden. Sie legte mir die Hand auf und wünschte mir das ich das finden würde was ich auf dem Weg suchen würde.

 

 

Für die 10km nahm ich mir viel, sehr viel Zeit. Ich schlenderte, blieb ab und zu stehen hörte dem Wind zu und verlor mich viel in Gedanken. Das erste Mal setzte ich mich auch einfach auf den Weg und hinterließ eine Botschaft aus Steinen für meine Verfolgerin Ashley.

 

 

 

Am Ziel angekommen, kaum schmerzen und im Inneren gut zufrieden. Erstmal ein Foto meiner Füße für euch. Verbunden sehen sie nicht mal so schlimm aus. Außerdem gab es gestern noch eine äußere Wandlung. Der struppige Bart ist ab. Vorher Nachher, sieht aus als hätte ich den Jungbrunnen gefunden.

Der Tag hat sich aufjedenfall gelohnt. Alleine schon der Moment als Ashley den Hof zur Herberge betreten hatte. Unzählige Umarmungen und ein festes Grinsen bereitete uns den ganzen Abend für gute Laune. Zum Abend hin trafen wir noch auf unseren neuen Mitstreiter Mate aus Slowenien. Dieser ist auch Fotograf und hat mir schon guten Gesprächstoff geliefert. Ashley hätte schon fast aufgegeben auf dem Weg bis sie meine Botschaft gefunden hat und in Tränen wieder zu neuen Kräften gefunden hat. Wer der englischer Sprache mächtig ist kann die genaue Geschichte auf ihrem Blog verfolgen. hier

Hier endlich ein paar Bilder meiner Füße. Nicht so schrecklich anzusehen, da noch gut versorgt.

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Die Hälfte ist geschafft

Ich weiß ich bin schreibfaul geworden, obwohl oder gerade weil mir hier so vieles passiert. Einerseits möchte ich euch alles berichten aber gleichzeitig möchte ich einfach die Zeit genießen. Dieses Mal bekommt ihr eine schöne Zusammenfassung mit vielen Fotos.

 

 

In Burgos angekommen hatten wir ein großes Familientreffen, soviel bekannte Gesichter die alle wie ich am selben Tag am 24. März gestartet sind. Von links Malcom, Neil, Michel, Hanna, Stephanie, Ashley, Roxy, Rene(unten), Tony, Olaf und Sebastian.

 

 

 

Leider sollte das, das letzte große Treffen gewesen sein, da für Manche bereits hier Schluss war und sie die Heimreise antreten sollten. Mir selbst ging es körperlich auch nicht so besonders, ich musste wirklich mit mir kämpfen. Ohne Schmerzmittel gegen die ich normalerweise gerne Verzichte ging es an diesem Tag einfach nicht. So waren es für mich die härtesten 28 km. Ich lies meine Gruppe auch voranziehen aber zum Glück warteten diese auf mich beim nächsten Kaffee. So war Burgos für mich auch erstmal auskurieren angesagt. Zwei Tage keine Wanderschuhe! Um die verlorene Zeit aber wieder aufzuholen nahm ich das erste Mal den Bus um mit ein paar Freunden aufzuschließen.

 

Kathedrale von Burgos ist einen Besuch auf jeden Fall Wert. Einfach beeindruckend und kaum zu glauben, dass ich noch nie von ihr hörte.

 

 

Die Busfahrt war irgendwie unwirklich, das erste Mal seit Wochen wieder in einem Fahrzeug, dann eine Strecke innerhalb einer Stunde zurücklegen die man zu Fuß etwa 12 Stunden oder zwei Tage benötigte. Nun konnte ich bereits an diesem Tag Sebastian, Roxy und Tony wieder einholen und eine Pilgergruppe bilden. Losgelaufen wird nun vor Sonnenaufgang, da die Tage wieder heißer werden. Drei Tage ging es gut bis wir nach einer 17 km ohne Zwischenstopp doch wieder Zuviel wurde. Ich musste mich von ihnen verabschieden, aber das gute war, Ashley ist nur einen Tag hinter mir und wenn ich den nächsten Tag wieder eine kurze Etappe machen würde, ist es ihr ein leichtes mich einzuholen. Auf dieses Wiedersehen freue ich besonders, sie ist in unserer Pilgerfamilie inzwischen wie eine Schwester für mich geworden.

 

 

 

Meine Liebsten zuhause vermisse ich natürlich auch besonders. Freundin, Freunde und Familie. Ihr habt mich bald wieder nur noch zwei Wochen bis zu meinem Heimflug.

 

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Verabschiedung, Dariush last Day, Adios

Der Tag vor dem großem Abschied war angebrochen. Heute sollte der letzte Tag sein an dem uns Dariush auf dem Jakobsweg begleiten sollte. Von der Herberge starteten wir als Dreiergespann Ashley, Darius und ich, wir waren bereits ein sehr gut eingespieltes Team und so weihten wir Ashley in unserer Reisespiel des Filmeerzählens ein. Jede Szene müsse ins kleinste Details wiedergegeben werden, so das diejenigen die den Film noch nicht kannten sich den Film direkt vor ihrem geistige Auge vorstellen konnten.

Da Ashley den Film "The Way" allein im Vormonat ihrer Anreise sechs mal gesehen hatte, war sie sich ziemlich sicher ihn deteigetreu wiedergeben zu können, und da ich ihn selbst mehrmals gesehen hatte konnte ich ihr an manchen stellen aushelfen.

Bereits vor dem ersten Dorf war die Einleitung des Films erzählt worden. Hier trafen wir auf unsere Kanadische Freundin Stefanie. Nach dem zweiten Frühstück setzten wir unsere Filmgeschichte zu viert fort. Wie im Film waren wir ein bunter Haufen und genossen die Zeit miteinander so das die Kilometer nur dahinflogen.

Erschöft aber glücklich in Belorado angekommen wollten wir uns natürlich das volle Pilgerprogramm geben: Öffentliche Herberge (von lustigen schweizer Ehepaar betrieben), Pilgermesse und Pilgermenü,

Die Pilgerherberge im Anbau der Sommerkirche gelegen war zwar rustikal tat aber ihren Zweck. Zar eher was für kleine Pilger (Ich passe mit meinen 192cm nicht so gut in ein 170cm Bett) dafür gegen Spendenbasis.

Die Pilgermesse in der örtliche Kirche betraten acht von uns Pilgern. Amerikaner, Kanadier, Schotte, Koreaner und wir Deutschen. Das übliche dachte ich mir. Nichts da, nach dem üblichen Gottesdienst bat uns der Pfarrer Manuel zu sich in einem seperaten Raum. Wir schauten uns alle gegenseitig sehr verwirrt an, was wir den hier zu suchen hätten. Der Pfarrer begrüßte uns herrzlich und fragte nach unseren Nationalitäten, händigte uns nacheinander Gebete und Songtexte in unserer Sprache aus.

 

So sollten wir uns diese gegenseitig vortragen. Die Verständigung war nicht immer eindeutig, da der Pfarrer nur auf spanisch erklären konnte was er von uns wolle. Dann schaute er mich hoffnungsvoll an und zeigte mir einen Stechschritt mit akkapella Blasmusik. Ich war ratlos. Was will er denn von mir. Das ganze nochmal. Ah ich soll die deutsche Hymne singen. So legte ich verlegen los, von ihm mit einer völlig fremden Melodie begleitet aber zufrieden. So folgten die anderen meinem Beispiel mit ihrer Hymne. Zum Schluss erhielt jeder seine persönliche Segnen und wir durften uns verabschieden.

Ab zum Essen würde ich mal sagen, holten Dariush ab, der sich vor dem lustigen Teil mit dem Pfarrer gedrückt hatte und gingen in eine lokale Gaststätte mit Pilgermenü.

Einer der besten Pilgermenüs bisher und dazu noch musikalisch untermalt von Malcom und der heimischen Familie.

Der Abschied am nächsten Morgen viel mir ein bisschen schwer. Ganze elf Tage war Dariush meine bessere Hälfte auf dem Camino. Von den anderen als super Team oder wie Brüder beschrieben. Uns traf man selten allein. Hier nochmal an fettes Dankeschön an dich Dariush.

 

Aber die Reise musste natürlich weitergehen.

Ich werde hier erstmal keine Bilder einstellen, sonst habt ihr mir zuviel Albträume. Meine Füße sehen derzeit aus wie ein Kriegsschauplatz. Vier Krater von Blasen gezeichnet bereiten mir seit geraumer Zeit große Schmerzen beim Laufen. So war ich aber dank Schmerztabletten trotzdem noch gut zu Fuß unterwegs. Tag 12!

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Der Weg ist mehr als einfach nur ein Weg - eine Familie

Was ist wenn man allein im Ausland ist und man steht auf einmal ohne alles da? Man bekommt natürlich Panik. Mir ist es selbst schon im letzten Jahr in Paris passiert Geld und Ausweis geklaut. Zum Glück hatte ich meinen Freund Marius an meiner Seite.

 

Ihr kennt doch das Gefühl wenn euch der Hunger plagt und ihr gleichzeitig nörgliger werdet. Die Amis haben dafür einen passenden Ausdruck nämlich hangry (hungrig und wütend). Als wir in Los Arcos angekommen waren, war Ashley bereits kurz vor dem Level. Also suchten wir uns ein Restaurant das bevor sieben Uhr ein Dinner servierte. Im Örtchen gab es gerade nur diese eine und so füllte sich unser Tisch und wir erweiterten ihn imemr weiter bis wir die Grenzen der Außenanlage erreichten. Es gab ein variables Pilgermenü bei der man sich Vor und Hauptspeise aus einer Auswahl aussuchen konnte.

 

Da sprang Ashley vom Tisch auf, bereits jetzt ein wenig verwirrt. So wurde in der zwischenzeit das Essen serviert, auch jetzt noch keine Spur von Ashley. Nachdem ich versuchte Kontakt mit ihr aufzunehmen, wurde klar das sie kurz vor der Verzweiflung stand. Ihr Bargeldbestand sowie ihre Debitcard waren verschwunden. Und jetzt kommt das, was mich an diesem Abend bei dieser Reise so beieindruckte wie ich es selten erfahren durfte. Eine große Welle an Hilfsbereitschaft für eine Person die noch vor wenigen Tage ein völlig Fremde war. Jeder Half wo er konnte, kümmerte sich um sie. Die einen kümmerten sich um sie, andere um die Banksachen, andere stellten sofort Geld zur Verfügung ohne Verlangen auf Rückzahlung und ich der wusste das sie schon so hunrig war besorgte das laut ihrer Aussage beste heiße Sandwich das sie je gegessen hatte. Wir sind inzwischen eine Familie und ich in mir sicher, wenn sich einer mit einem von uns anlegt bekommt er es mit dem ganzen Pilgerclan zu tun. Ich bin stolz ein Teil davon gewesen zu sein. Seit diesem Tag war jedem von uns klar jeder kann auf den anderen zählen.

Pilger sind für einander da. Blasendoctor Sebastian und Masseur Nail.

Sebastian bekommt von Kioskbesitzer eine Spezialbehandlung für seine Knieschmerzen. Obs geholfen hat. Naja ein bisschen Glaube gehörte schon dazu.

 

Stempelstelle betrieben von einer alten Dame kurz vor Logrono.

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Ich weiß nicht was mit mir passiert

Mit welchen Erwartungen bin ich eigentlich gestartet. Doch keinen religiösen, das war mir klar, aber was sonst? Mir geht es ja eigentlich super und kann mich über nichts beschweren. Dennoch, der heutige Tag hat mich komplett aus meiner Rolle gebracht. Nachdem ein Teil meiner Gruppe die letzte Nacht den ein oder anderen Becher zuviel zu sich nahmen (ich war zu Müde für eine Kneipentour), war der Morgen von schlaffen Gesichtern und Katern geprägt, zudem mussten wir uns von unserem Freund Jay aus England verabschieden, der seinen Heimreise bereits antrat.

 

So starteten wir als eine Gruppe um Logrono zu verlassen, hielten aber zuvor bei einer Kirche, um diese von innen zu betrachten. Da traf es mich, ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, eine Mischung aus Trauer und Beklommenheit. Jeder aus unserer Gruppe hatte an diesem Ort innegehalten. So hatte man ab hier das Gefühl gehabt mal wieder Zeit für sich zu benötigen und so verließen wir diesen Ort nacheinander um den Jakobsweg für sich zu gehen. Bis auf ein paar kurze Treffen mit anderern Pilgern hatte ich auch nicht das große Bedürfnis mich auszutauschen, und lies gerne einen größeren Abstand zwischen mir und dem nächsten Pilger, bis ich in Nafarette ankam und beschloss auf Dariu´sh zu warten um gemeinsam eine Herberge zu finden.

 

Nach dem obligatorischen Pilgermenü mit dem versalzenen Salat und Fleisch, der Koch muss eindeutig verliebt gewesen sein, hatte ich das Bedürfnis die Abendmesse zu besuchen.

 

Ich dachte nach dem morgigen Eindruck würde es den Tag passend abrunden. In der Kirche angekommen startete gerade der Gottesdienst. Natürlich auf spanisch, aber der Ablauf kannte ich als katholik bereits und so musste ich öfters mit meinen Gedanken abschweifen. Nicht wie am Morgen, eher von den Massen an Gold das hier verbaut worden war. Ob dass, das Gold der Mayas und Inkas war, dass die Spanier in Massen nach Europa verschifft wurde.. Keine Ahnung aber ich fand es eher anstößig als schön. Zum Ende der Messe wurde noch auf uns Pilger aufmerksamgemacht, die den Gottesdienst besuchten und segnete unsere Reise.

 

Dieser Tag hatte mir viel zu denken gegeben und auch im Bett lies es mich nicht sofort los.

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Wunder und Fürsorge

Zuerst kommt das Wunder

Hallo meine lieben Blogleser,

 

ich möchte zu Beginn diesen Eintrages euch danken, dass ihr aufmerksam meine wenn auch von Rechtschreibung und Grammatik vernachlässigten Zeilen verfolgt. Meist werden diese in einem Zustand der völligen Erschöpfung geschrieben. Also vielen Dank für die Nachsicht :-) Es hat nun auch wieder viel Zeit gebraucht, seit dem letzten Eintrag gebraucht, dass ich die Zeit dafür gefunden habe, entweder war ich mit meinen Pilgerfreunden so beschäftigt oder wie eben erwähnt bereits zu erschöft. Wünsche euch nun viel Spaß bei den folgenden Zeilen.

Im Schneckentempo so kommt es mir manchmal vor bewege ich mich Schritt für Schritt auf dem Jakobsweg fort, so beginnt ein üblicher Pilgertag bereits vor Sonnenaufgang mit den inzwischen zur Routine gewordenen Handgriffe zum packen des Rucksackes und der anschließenden reinwürgen des lieblosen Pilgerfrühstücks.

 

Aber das frühe Aufstehen hat natürlich auf viele Vorteile so sind so lanche Landstriche in einem noch schönen Licht zu betrachten und das ein oder andere Lebewesen läuft oder kriecht einem über den Weg.

Auf dem Weg hat sich inzwischen eine kleine Familie gebildet. Man begegnet sich auf dem Weg und den Herbergen immer wieder. Selbst in Extremsituation können wir auf uns zählen, aber dazu später mehr.

 

Ich hätte nie erwartet, dass der Jakobsweg zu einem Gemeintschaftserlebnis wird, eher dachte ich an eine Einzelgängermission. Tatsächlich ist es aber so das wir alles gemeinsam durchmachen, so läuft man öfters in kleineren Gruppen um sich gegenseitig anzufeiern. Bis die nächste ersehnte Tagesetappe ereicht wird.

Aber an einem Punkt hat auch das Anfeuern für so manchen keinen Sinn mehr. Dann wenn die körperlichen Grenzen an Schmerz einfach zuviel. So hat es meinen guten Pilgerfreund Dariush mit unserem ersten Pilgerwu´nder erfreuen dürfen.

 

Seine Füße hatten bereits einigen Schaden mit Blasen erlitten, so hatte sich unteranderen eine direkt unter dem Nagel des großen Zehes gebildet. Sehr schmerzhaft fürs gehen. So entschied er sich in einem entlegenden Dorf das Handtuch zu werfen und per Taxi die nächste Stadt anzufahren um einen Arzt aufzusuchen.

 

Das Taxi hielt für ihn, der Taxifahrer stieg aus schaute den demolierten Dariush an und fragte was der Pilger denn hätte, dass er nicht weiterlaufen würde. Er schilderte seine Situation und dann kam es zum Wunder. Der Taxifahrer ist ein Arzt aus Marokko, der gerade auf seine Zulassung wartete. Er bot ihm an sich die Füße an Ort und Stelle zu untersuchen. Säuberte mit den vorhandenen Untensilien aus Dariush Rucksacks die Wunde und stach ihm unter den Nagel, sofort strömte Eiter und Blut entgegen. Und der Schmerz ließ nach. Nachdem alle Blasen proffesionell behandelt waren, ging es Dariush wie neu geboren. Auf die Frage des Taxifahrer ob er noch das Taxi noch benötigte oder er lieber den wundervollen Weg fortsetzen möchte musste er nicht lange warten. Sein Pilgerweg ist gerettet und konnte leichten Fußes uns wieder zum Abend hin einholen. Der Jakobsweg gibt einem einfach was man auch benötigt.

Der Weg gibt einem wirklich alles was man benötigt. Ob es ein Brunnnen ist aus dem der Wein sprudelt oder einfach ein Imbissstand mitten im Niergendwo.

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Zum Stierlauf nach Pamplona

Tag 3 Pamplona

Mein bisher angenehmsten Lauftag hatte ich Richtung Pamplona und auch das Wetter war wunderbar zum Laufen, daher gibt es von diesem Tag auch deutlich mehr Fotos..

 

Gestartet bin ich diesen Tag bereits vor Sonnenaufgang über die Tollwutbrücke bei der ich auch direkt auf Ashley aus Portland U.S. stieß. Eine sehr redselige 27 jährige Dame :-D So teilten wir uns den Weg und erzählten aus unseren Leben. Hier und da entdeckten wir besonderheiten auf den Wegen, wurden von einer Gans erschreckt, halfen anderen Pilgern wieder auf den richtigen Weg zu kommen und erreichten dann auch glücklich Pamplona. Der Ort an dem das berühmte Stierlaufen stattfindet. In der von einer deutschen Partnerstiftung geführten Herbege ließen wir uns nieder und trafen auf alte bekannte.

 

Eigentlich wollte nwir nur kurz raus auf einen Snack, da unsere Füße wie ich wohl kaum erwähnen muss bereits einige Plessuren aufweißten, aber so kam es, dass am Sonntag nicht wirklich etwas auf die Schnelle auftreiben ließ. Zusammen mit Stefanie aus Floriada ließen wir uns iner einer typischen spanischen Bar nieder und bestelllten Pinschos (eine Art Tapas). Schlenderten durch die Stadt (Naja wir sahen aus wie Pinguine auf dem Gang zum Wasser) und trafen Hanna aus Schweden. So war das obige Bild vollständig. Wir fanden unseren Spot an der Stadtmauer und genossen fast den restlich Tag hier gemeinsam.

 

Der nächste Tag sollte es sich wieder in sich haben... Eine große Steigung, ich bin mal gespannt.

Tag 4 Wanderung über den Berg der Winde

Französchische Musik - Was ist los? Es ist 6. Ja um 6:30 war Frühstück angesetzt, aber wieso um 6 Uhr die Herberge die Musik aufdreht um uns zu wecken? So regte sich langsam ein nach dem anderen im Zimmer und zog in schlummiger Stimmung zum Bad und richtete seinen Rucksack. Ich Glückspilz schaffte es ja in ein 8 Bettzimmer mit nur Frauen und keine war ein Schnarcher :D also alles im allen eine erholsahme Nacht.

 

Aufgehts die Stadt lag noch im dunkeln, bis auf ein paar Putzfahrzeuge sah man nur ein paar Pilger die sich bereits die Regencapes überzogen. es war ein sehr regnischer und windiger Tag. So war es einer große Totour den Höhepunkt zu erreichen, heute war ich übringens mit Malcom, Nil und Sebastian unterwegs. So gönnten wir uns am Zielort unserer Etappe ersstmal Bier und Wein und feierten die restlich eintreffenden Pilger mit großem Jubel.

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Sonne - Regen - Schnee

Tag 1 Sonne

Der erste Laufen, ich bin motiviert :-) Und ich schaffe es bereits nach den ersten paar Kilometer die falsche Abzweigung zu nehmen, um einen kleinen beschaulichen Umweg zu laufen.  Ich lege ein ordentliches Tempo, treffe meine ersten Mitpilger und lasse sie aber schnell wieder hinter mir. Ich fühle mich einfach super.

 

Es gibt manche Abzweigungen, die wurden empfohlen nicht zu gehen... egal... ab gehts! Und zum Glück so traf ich einen singenden Pilger der sich an einem Flusslauf die Füße kühlte und ich gesellte mich zu ihm. Eine sehr gute Entscheidung, seit hier ist Dariusch meine ständige Begleitung.

 

Ab jetzt geht es nur noch steil aufwärts! Wir holten einen älten Pilger ein um den wir uns schon sorgten. Seine körperliche Verfassung schien nicht besonders toll zu sein, er zitterte und schwitzte merklich. Wir entschieden uns ihn den Rest des Weges zu begeiten. Scott aus Scottland schien wirklich unsere Hilfe zu benötigen, manche Anstiege hatten es wirklich in sich, und der ein oder andere Baum konnte nur mit gegenseitiger Hilfe bewältigt werden.

 

Nach fast 29 km hatten wir unser Ziel in Roncesvalles erreicht. Eine große Gemeintschaftsunterkunft tat es für heute.

Tag 2 Regen & Schnee

Ja so erfirschend war der nächste Morgen dann auch sehr. Nach einer kurzen Nacht,mit ca 140 Mann im Kloster hörte man die Schnarcher an jeder Ecke und ausirgendeinem Grund dachte jemand er müsste stündlich seinen Ausflug zur Toilette mit FlipFlops laut ankündigen...

 

So gingen um 6:30 Uhr die Lichter an und die ersten Pilger machten sich sofort fertig. Ein Blick aus dem Fenster zeigte die schönsten Schneegestöber, also ein guter frischer Start in den Tag. Ein guter Ratschlag von Dariusch zur richtigen Einstellung des Treckingrucksackes erleichterte mir die Last auf den Schultern auf einiges.

 

Gegen Mittag holten wir unseren deutschsprachigen Freund Peter ein. Zusammen in unser Fünferkonstilation aus Schweden, Polen und Deutschen ging bei Schneegestöber steile Berghänge hinab die sich in der Zeit in reißende Bäche entwickelten.

 

Am Fuße des Berges erwartete uns Zubiri mit seiner Tollwutbrücke. Unsere Tagesetappe ist geschafft.

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Glaube und Aberglaube - Der Weg beginnt

Tag Zero - St. Jean Pied de Port

Nach so langer Planung war es heute nun soweit. Der Aufbruch zum Startpunkt meiner Reise. Von Zürich über Madrid nach Biaritz ging es mit dem Flieger. Da ist mir direkt schon ein Aberglaube direkt ins Auge gefallen. Ich sitze in Reihe 14 und direkt vor mir die Reihe 12, naha genaugenommen bin ich also ich der Sitzreihe mit der Unglückszahl 13... Aber die Fluggesellschaft hat sich um den Abeglauben schon direkt gekümmert und muss mir daher auch keine Sorgen machen.

 

Mein zweiter Glaubenspunkt noch vor meiner Ankunft auf dem Pilgerweg machte ich mit der Bekanntschaft Andi am Flughafen Madrid. Ich hielt nach mitpilgern ausschau, Rucksack oder Wanderschuhe geben darauf Rückschlüsse. Dazu noch ein Buch über den Glauben, "der muss doch auf Pilgerschaft gehen" dachte ich mir. Nix da Andi will nach Biaritz um 8 Monate surfuntericht zu geben :D

 

Nach einem sehr nettem Gespräch mit ihm und dem Boarding wurden wir auf die Notausstiegsplätze befördert. Ein Hoch auf die Beinfreiheit! So schnell man sich kennen gelernt hatte, mussten wir uns bereits am Flughafen verabschieden. Drückte mir aber noch sein Buch in die Hand und meinte "Das passt super zu deinem Pilgerweg". Nach dem Amen bete weiter

 

Nach der einstündigen Fahrt mit Miriam erreichte ich meinen Ausgangspunkt St. Jean Pied de Port in Frankreich am Fuß der Pyrenäen. Ein sehr reizende Stadt im Baskenland.

 

Hier gibt es alles was das Pilgerherz begehrt. Vom Pilgerstab bis zu dem ersten begehrten Stempel in seinem Pilgerausweis. Ich konnte mich über die morgige Route informieren und welche durch den Schnee versperrt sind. Morgen geht es nach Roncesvalles eine knapp 27 km Strecke steht an. Ich freue mich in ein paar 'Tagen von meinem Reiseverlauf berichten zu können.

 

Viele Grüße

Michel

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Fotos auf dem Pilgerweg - die Ausrüstung

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ohne Kamera einfach nicht kann. Aber meine großen Kameras sind leider nicht für eine große Wanderschaft geeignet... Also musste etwas Kleineres her.

 

Darf ich präsentieren? Meine neue kleine spiegellose Systemkamera von Sony.

 

Ich möchte mich auf das Nötigste reduzieren:

  • Kamera
  • 16-70mm Objektiv
  • 12mm Objektiv
  • 3 Akkus
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Der Jakobsweg

Willkommen auf meinem frisch eröffneten Reiseblog. Einige werden sich an meinen alten Weltreiseblog erinnern, wie ich mich durch das wilde Indien kämpfte, dann im hochtechnisierten Japan durch die regionalen Küchen schlemmte, mich mit meinem Ford Falcon durch Australien jobbte und mit meinem besten Freund die U.S.A. unsicher machten.

 

Nun möchte ich diesen Blog zurück ins Leben rufen und zwar mit einer kleinen 800km Wanderung durch das schöne Spanien. Von Saint-Jean-de-Port bis Santiago de Compostela.

 

Startschuss ist der 24. März 2017 und mein Ziel ist es Santiago de Compostela bis zum 25. April 2017 zu erreichen.

 

Die Vorbereitungen sind bereits am Laufen. Ich werde euch auf aktuellen Stand halten.

 

Euer Michel

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