Steil Bergauf und ab

Ich werde immer fauler um zu schreiben und zu fotografieren. Daher mal wieder eine schnelle Zusammenfassung der letzten Tage.

 

Nachdem wir die Mesata hinter uns gelassen haben, kommen wir nun endlich wieder in Regionen mit viel bergiger Landschaft. Meine Blasen waren die ersten Tage noch immer ein Problem, sind aber auf dem Weg der Besserung. Meine Stärken sind die Aufstiege. Hier kann ich den anderen mit einer Geschwindigkeit einheitzen. Ganz im Gegenteil beim Abstieg, hier spüre ich die lieben Blasen an meinen kleinen Zehen und ich werde zur Schnecke.

Nach dem ersten Aufstieg blieben wir in einem netten Bergdörfchen und hatten eine wundervolle Aussicht. Am nächsten morgen war es nun soweit. Jeder hatte einen Stein von daheim mitgebracht den er nun an einem inzwischen zu einem Hügel gewachsenen Haufen Steinen niederlegen durfte. Habe von diesem besonderen Moment aber keine Fotos gemacht. Einfach den Moment genießen, ist dass was ich hier bereits lernen durfte.

Es gibt Tage da läuft man für sich, zu zweit oder in einer größeren Gruppe. Die Tage sind abwechslungsreich. Besonders schön ist wie die Einheimischen trotz dem Andrang an Pilgern stets freundlich und hilfsbereit auf uns reagieren. Am Wegesrand stehen ab und zu sogar ein Versogungsstand mit Essen und Wasser auf Spendenbasis.

Der letzte Tag bin ich für mich gestartet, am Morgen schlecht gelaunt zu starten ist eigentlich nicht mein Ding, aber das war zuvor eine schreckliche Nacht und bis auf das Frühstück habe ich mich mit keinem Unterhalten. Ich wollte einfach nur laufen. So legte ich eine bis dahin noch nicht gekannte Geschwindigkeit zurück. Ich war auch noch unentschlossen wie weit ich heute eigentlich laufen wollte. Ich hatte zur Auswahl 22 oder 32 km. So war ich bereits um 12 Uhr an der 22 km Marke angekommen und wusste nun erstmal. Mir geht es wieder gut. Was so ein Powerlauf doch bewirken kann. So checkte ich mein Handy auf Nachrichten. Und wurde von meinen Freunden mit Nachrichten bombardiert, dass ich wenigstens in dem Dorf warten sollte. Da ich so ein Tempo ohne Pause hingelegt hatte, setzte ich mich für 60 Minuten vor das erste Lokal und wartete. Die Begeisterung war groß als ich mich darauf einlies doch hier zu bleiben. Natürlich freue ich mich auch eine Gruppe gefunden zu haben die meine Anwesenheit so schätzt.

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Kommentare: 2
  • #1

    Oma und Opa (Samstag, 22 April 2017 09:55)

    Hallo Michel
    Wieder haben wir Deine Bilder angesehen und Den Bericht vom 19.04.17 gelesen. Erfreulich ist, dass es Dir, abgesehen von Blasen an den Füßen, gut geht. Du entwickelst Dich ja richtig zum Schnellläufer und Kilometerfresser. Nicht übertreiben. Es sind ja noch einige Kilometer vor Dir.
    Am gestrigen Freitag (21.04.17) wurde die Postbank in der Wallgabenstr. überfallen. Der 57 jährige Bankräuberaus Waldshut-Tiengen wurde angeschossen und konnte festgenommen werden.
    Für heute viele herzliche Grüße
    Oma Roseitha und Opa Arthur

  • #2

    Heiko (Dienstag, 25 April 2017 21:18)

    Hallo Michel,
    schön, daß Du Dich entschlossen hast zu verlängern. Ich bin mir sicher, daß Du das nicht bereuen wirst. Es heißt zwar immer: "Der Weg ist das Ziel", doch denke ich, daß es dich ansonsten ewig reuen wird den Weg nicht bis Santiago gegangen zu sein.
    Oma und Opa fragen auch immer wieder nach dir und ich grüßde Dich hiermit einfach mal von ihnen. Sie werden demnächst auch für ein paar Tage verreisen.
    Ich wünsche Dir auf Deinem weiteren Weg weiterhin viel Glück, weiter gute Freunde, viel Kraft und schwindende Blasen.
    Viele liebe Grüße
    Heiko