Ein kurzer Tag

Ja doch schon wieder*. Ja ich möchte euch etwas berichten. Nachdem ich ja gestern einen früheren Stopp einlegte und der einzige Gast der Herberge war, wurde ich umsorgt wie ein Adliger. Anscheinend sehr dankbar, dass ich nicht in einer der zwei hiesigen Herbergen des Ortes gegangen bin die auch nur in meiner App und Reiseführer beschrieben waren. So konnte ich ein Zimmer mein Eigen nennen, Wäsche frisch waschen und ein persönlich zubereitetes Essen genießen.

 

*Blog ging doch erst einen Tag später online

 

 

Die Dame für alles war eine schüchterne aber liebenswerte Dame die sich als mein guter Engel auf dem Camino erwiesen hat. Ich hatte auch für den nächsten Tag keine große Etappe geplant denn noch immer humple ich mich von Fleck zu Fleck. 10 km nicht mehr, dass hatte ich mit Ashley abgemacht, so kann sie mich auch gegen Abend einholen!

 

Also spät aufstehen und langsam gemütlich gehen. Am Frühstück fragte mich Maria ob sie sich meine Füße anschauen dürfte, sie hätte Erfahrung mit der Behandlung von Blasen und sie ist ja auch bereits drei Mal den Camino gelaufen. Ich bin ja inzwischen für alles offen, daher stimmte ich gerne zu.

 

 

Nun kommt sie mit einer Binde der Frauen Hygiene, einer Nadel, Desinfektionsspray und Klebeband zurück an meinen Frühstückstisch. Zuerst säuberte sie alles gründlich, drückte die letzten Flüssigkeit aus den Blasen und schnitt die Binde auf die entsprechenden Blasen zu. Ihr Spezialtrick. Die Binde hält den Fuß trocken und gleichzeitig hat es eine gute Polsterung für die wunden Stellen. Mein Caminoengel diese Frau. Außerdem gab sie mir noch etwas zu denken mit auf dem Weg. Die Blasen kommen nicht von außen, der Schuhe oder dem Weg. Es kommt mehr von Innen, es ist mehr die Innere Einstellung und Widersprüche in mir selbst die diese Blasen verursachen würden. Sie legte mir die Hand auf und wünschte mir das ich das finden würde was ich auf dem Weg suchen würde.

 

 

Für die 10km nahm ich mir viel, sehr viel Zeit. Ich schlenderte, blieb ab und zu stehen hörte dem Wind zu und verlor mich viel in Gedanken. Das erste Mal setzte ich mich auch einfach auf den Weg und hinterließ eine Botschaft aus Steinen für meine Verfolgerin Ashley.

 

 

 

Am Ziel angekommen, kaum schmerzen und im Inneren gut zufrieden. Erstmal ein Foto meiner Füße für euch. Verbunden sehen sie nicht mal so schlimm aus. Außerdem gab es gestern noch eine äußere Wandlung. Der struppige Bart ist ab. Vorher Nachher, sieht aus als hätte ich den Jungbrunnen gefunden.

Der Tag hat sich aufjedenfall gelohnt. Alleine schon der Moment als Ashley den Hof zur Herberge betreten hatte. Unzählige Umarmungen und ein festes Grinsen bereitete uns den ganzen Abend für gute Laune. Zum Abend hin trafen wir noch auf unseren neuen Mitstreiter Mate aus Slowenien. Dieser ist auch Fotograf und hat mir schon guten Gesprächstoff geliefert. Ashley hätte schon fast aufgegeben auf dem Weg bis sie meine Botschaft gefunden hat und in Tränen wieder zu neuen Kräften gefunden hat. Wer der englischer Sprache mächtig ist kann die genaue Geschichte auf ihrem Blog verfolgen. hier

Hier endlich ein paar Bilder meiner Füße. Nicht so schrecklich anzusehen, da noch gut versorgt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Oma und Opa (Donnerstag, 13 April 2017 13:33)

    Hallo lieber Michel
    Wir freuen uns immer wieder, wenn wir etwas von Dir zusehen bekommen. Deine maroden Füße sehen ja nicht gut aus. Man muß Dich schon bewundern, dass Du trotzdem den Jakobsweg weiter läufst. Es gibt doch noch Hausmittel für die Behandlung von Blasen an den Füßen die man kaum glauben kann. Nachdem der Bart ab ist, weht Dir der Wind sicherlich etwas mehr um die Nase.
    Auf einem früheren Bild mit Hut und Laufstecken stand Dir der Bart ganz gut.
    Für den weiteren Weg und zum bis zum nächsten Bericht alles Gute und eine frohe Ostern.
    Oma hat für Dich den Osterhasen schon gerichtet.
    Viele Grüße Oma Roswitha und Opa Arthur