Verabschiedung, Dariush last Day, Adios

Der Tag vor dem großem Abschied war angebrochen. Heute sollte der letzte Tag sein an dem uns Dariush auf dem Jakobsweg begleiten sollte. Von der Herberge starteten wir als Dreiergespann Ashley, Darius und ich, wir waren bereits ein sehr gut eingespieltes Team und so weihten wir Ashley in unserer Reisespiel des Filmeerzählens ein. Jede Szene müsse ins kleinste Details wiedergegeben werden, so das diejenigen die den Film noch nicht kannten sich den Film direkt vor ihrem geistige Auge vorstellen konnten.

Da Ashley den Film "The Way" allein im Vormonat ihrer Anreise sechs mal gesehen hatte, war sie sich ziemlich sicher ihn deteigetreu wiedergeben zu können, und da ich ihn selbst mehrmals gesehen hatte konnte ich ihr an manchen stellen aushelfen.

Bereits vor dem ersten Dorf war die Einleitung des Films erzählt worden. Hier trafen wir auf unsere Kanadische Freundin Stefanie. Nach dem zweiten Frühstück setzten wir unsere Filmgeschichte zu viert fort. Wie im Film waren wir ein bunter Haufen und genossen die Zeit miteinander so das die Kilometer nur dahinflogen.

Erschöft aber glücklich in Belorado angekommen wollten wir uns natürlich das volle Pilgerprogramm geben: Öffentliche Herberge (von lustigen schweizer Ehepaar betrieben), Pilgermesse und Pilgermenü,

Die Pilgerherberge im Anbau der Sommerkirche gelegen war zwar rustikal tat aber ihren Zweck. Zar eher was für kleine Pilger (Ich passe mit meinen 192cm nicht so gut in ein 170cm Bett) dafür gegen Spendenbasis.

Die Pilgermesse in der örtliche Kirche betraten acht von uns Pilgern. Amerikaner, Kanadier, Schotte, Koreaner und wir Deutschen. Das übliche dachte ich mir. Nichts da, nach dem üblichen Gottesdienst bat uns der Pfarrer Manuel zu sich in einem seperaten Raum. Wir schauten uns alle gegenseitig sehr verwirrt an, was wir den hier zu suchen hätten. Der Pfarrer begrüßte uns herrzlich und fragte nach unseren Nationalitäten, händigte uns nacheinander Gebete und Songtexte in unserer Sprache aus.

 

So sollten wir uns diese gegenseitig vortragen. Die Verständigung war nicht immer eindeutig, da der Pfarrer nur auf spanisch erklären konnte was er von uns wolle. Dann schaute er mich hoffnungsvoll an und zeigte mir einen Stechschritt mit akkapella Blasmusik. Ich war ratlos. Was will er denn von mir. Das ganze nochmal. Ah ich soll die deutsche Hymne singen. So legte ich verlegen los, von ihm mit einer völlig fremden Melodie begleitet aber zufrieden. So folgten die anderen meinem Beispiel mit ihrer Hymne. Zum Schluss erhielt jeder seine persönliche Segnen und wir durften uns verabschieden.

Ab zum Essen würde ich mal sagen, holten Dariush ab, der sich vor dem lustigen Teil mit dem Pfarrer gedrückt hatte und gingen in eine lokale Gaststätte mit Pilgermenü.

Einer der besten Pilgermenüs bisher und dazu noch musikalisch untermalt von Malcom und der heimischen Familie.

Der Abschied am nächsten Morgen viel mir ein bisschen schwer. Ganze elf Tage war Dariush meine bessere Hälfte auf dem Camino. Von den anderen als super Team oder wie Brüder beschrieben. Uns traf man selten allein. Hier nochmal an fettes Dankeschön an dich Dariush.

 

Aber die Reise musste natürlich weitergehen.

Ich werde hier erstmal keine Bilder einstellen, sonst habt ihr mir zuviel Albträume. Meine Füße sehen derzeit aus wie ein Kriegsschauplatz. Vier Krater von Blasen gezeichnet bereiten mir seit geraumer Zeit große Schmerzen beim Laufen. So war ich aber dank Schmerztabletten trotzdem noch gut zu Fuß unterwegs. Tag 12!

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Kommentare: 1
  • #1

    Oma und Opa (Mittwoch, 05 April 2017 15:54)

    Hallo Michel
    Deine Bilder zeigen eine für uns fremde Landschaft.
    Die Blasen an Deinen Füßen sind kein Wunder bei diesen steinigen Wegen. Das Gehen auf solchen Pfaden ist auf langen Strecken schon eine harte Belastung für die Füße. Aus Deinem lächelnden Gesicht kann man entnehmen, dass Du aber hart bist und auf die Zähne beisst. Aber bitte nicht übertreiben.
    Bis auf weiteres alles Gute.
    Oma Roswitha und Opa Arthur